RIO DE JANEIRO, BRASILIEN
Rio de Janeiro fahren: der Anstieg in den Wald, die Strandstraße und die Küste nach Westen
Rio ist eine der wenigen Städte der Welt, in der ein Regenwaldanstieg, ein Bergaussichtspunkt und ein leerer Ozeanstrand in einen einzigen Vormittag passen. Du kannst um sieben in Copacabana losfahren, zwanzig Minuten später in kalter Waldluft stehen und vor dem Mittagessen auf Sand stehen, auf dem niemand ist. So fährt sich das hier wirklich.
Der Anstieg in den Tijuca-Regenwald
Der Tijuca ist der größte Stadtregenwald der Welt, und die Straße hindurch beginnt mitten in der Stadt. Nach wenigen Kilometern fällt die Temperatur, das Licht wird grün, und der Verkehr verschwindet hinter dir. Der Belag ist durchgehend Asphalt, stellenweise eng und im zweiten Gang, und nach Regen läuft Wasser über die Fahrbahn.
Der Aussichtspunkt, für den alle hochfahren, ist die Vista Chinesa: eine Pagode auf einem Felsvorsprung über dem Wald, mit Ipanema, der Lagune und dem Zuckerhut ausgebreitet darunter. Fahr früh: gegen Mittag ist der kleine Parkplatz voll und der Dunst aus der Stadt steht in der Luft.
Die Strandavenidas und die Bucht von Botafogo
Aus dem Wald heraus landest du in der Zona Sul, und die Fahrt wird zu etwas völlig anderem: die Uferstraße durch Leblon, Ipanema und Copacabana, dann um die Bucht von Botafogo, den Zuckerhut rechts und die Christusstatue über der linken Schulter. Man fährt langsam, und es stört nicht. Sonntagvormittags sind die Strandspuren für Autos gesperrt, was den Charakter der ganzen Stadt verändert.
Nach Westen, Richtung Grumari und Prainha
Fahr weiter nach Westen, vorbei an Barra und Recreio, und die Stadt hört auf. Die Straße wird schmal, klettert über eine Landzunge und fällt hinunter nach Prainha und Grumari: geschützte Strände in einem Naturpark, in dem nicht gebaut werden darf. Das ist der Abschnitt, der Besucher überrascht: vierzig Minuten von Copacabana, und es sieht aus, als sei hier seit 1950 nichts passiert. Die Kurven sind gut, der Belag ist ordentlich, und oben steht fast immer jemand mit Kokoswasser.
Wie es sich hier fährt
Rios Verkehr ist schnell, und zwischen den Spuren zu fahren ist für Motorräder normal und erlaubt. Fahrer lesen das schnell, aber die erste Stunde in der Stadt ist nicht der Ort, es zu lernen. Das ist das ehrliche Argument für einen Guide: nicht die Straßen, denen jeder folgen kann, sondern die zehn Entscheidungen pro Minute, die ein Einheimischer trifft, ohne nachzudenken.