SERRA DA BOCAINA, BRASILIEN
Serra da Bocaina: die Schotterpisten zwischen Rio und São Paulo
Zwischen Brasiliens zwei größten Städten liegt ein ganzes Land aus rotem Lehm, über das die meisten Besucher hinwegfliegen. Landeinwärts vom Küstenstreifen, rund um die Serra da Bocaina, hört der Asphalt auf und ein Netz von Feldwegen übernimmt: Hunderte Kilometer Laterit, die niemand fährt außer denen, die dort leben. Das ist unser liebstes Offroad-Revier in Brasilien, und es beginnt näher am Flughafen, als du denkst.
Wo es liegt
Das Gebirge liegt zwischen Rio de Janeiro und São Paulo, landeinwärts von der Küstenstraße. Von beiden Städten aus bist du in einem halben Tag auf unbefestigter Piste, und genau das macht es praktikabel: Um dich hier draußen richtig zu verlieren, brauchst du keine zweiwöchige Expedition, sondern ein langes Wochenende.
Wie der Belag ist
Roter Lateritlehm und Schotter, auf den viel befahrenen Abschnitten festgefahren und lose, wo die Planierung sich verloren hat. Rechne mit Wellblech auf den Geraden, einer Staubfahne hinter allem, was sich bewegt, und Spurrillen an den Anstiegen. Nach Regen wird der Lehm auf eine Weise rutschig, die Optimismus bestraft. Trocken ist er schnell und riesig viel Spaß. So oder so ist das kein technisches Enduro: Es ist Adventure-Fahren, die Sorte, die du den ganzen Tag mit Gepäck hinten durchhältst.
Das Land, durch das du fährst
Das hier ist Arbeitsland, kein Park. Du fährst zwischen Eukalyptusplantagen und stehendem Zuckerrohr, durch Wege, die Mangobäume überdachen, vorbei an Hoftoren und Wassertanks und einem Hund, der dich exakt hundert Meter weit verfolgt. Die Dörfer haben eine Bar, und die Bar ist zugleich der Laden. Wo das Land zum Gebirge hin ansteigt, öffnet sich der weite Blick über die Kämme, und dafür lohnt der Halt. Das Netz kommt und geht. Das gehört dazu.
Welche Maschine mitkommt
Eine leichte Dual-Sport oder Enduro ist die ehrliche Antwort, und genau die fahren wir hier draußen: leicht aufzuheben, hoch genug für die Spurrillen, glücklich im tiefen Staub. Mittelgroße Reiseenduros kommen bequem durch. Große Flaggschiff-Reiseenduros gehen trocken gut, mit einem Fahrer, der sie kennt, und werden zur Arbeit, sobald der Lehm nass ist. Gepäck auf weicher Halterung, kein Hartkoffer auf Kniehöhe.